Beziehungstipps

Heiterer Spruch zu einem vielfach ernsten Thema:
“Die Ehe ist der Versuch, zu zweit Probleme zu lösen, die man alleine garnicht gehabt hätte.”  (Woddy Allen)


Die wichtigsten Beziehungsratschläge des renommierten Paartherapeuten John Gottman:
Gottman fasst seine sieben Geheimnisse der glücklichen Ehe/Beziehung als Handlungsanweisungen(!) auf, die jene “tiefe Freundschaft” nähren, ohne die eine Liebesbeziehung nicht auskommt. Sie fördern Vertrauen und Kooperationsbereitschaft:

Hier seine zusammengefassten, psychologischen Ratschläge:

1. Partnerwissen
Man soll mit der Welt der geliebten Person vertraut sein - mit dessen Wünschen und Plänen und Sehnsüchten - und mit dessen Vergangenheit.

2. Achtung
Der Partner sollte Bewunderung und Zuneigung spüren. Er fühlt, dass er es wert ist, respektiert und geliebt zu werden.

3. Zuwendung
Liebende sollten “Angebote” machen, auf den anderen zugehen, miteinander sprechen, Aufmerksamkeit erweisen.

4. Macht abgeben
Man sollte sich vom Partner beeinflussen lassen, auf ihn hören und nicht immer auf der eigenen Position beharren.

5. Toleranz
In Konflikten soll man Ruhe bewahren, Kompromissmöglichkeiten ausloten, Fehler des Partners tolerieren und die lösbaren Probleme lösen.

6. Abwägen
In einem schweren Konflikt ist es wichtig, die unverhandelbaren Interessen deutlich zu machen - damit wird auch klar, wo man flexibel ist.

7. Sinn stiften
Gemeinsame Rituale, Symbole und Geschichten vertiefen die Beziehung - beide Partner haben die Gewissheit, ihre Beziehung sei bedeutend.


Ehekrise: Wie Sie ein Problem heiraten und dennoch glücklich werden...  

40% aller Ehen landen früher oder später vor dem Kadi. Nach durchschnittlich neun Jahren geht man – meist einvernehmlich – wieder getrennte Wege. 20.000 Kinder werden dabei pro Jahr zu Scheidungswaisen. Nur ein Drittel aller Haushalte sind Familienhaushalte. Gehören Ehe und Familie bald der Vergangenheit an?  

Die gesellschaftliche Vorstellung was denn „Familie” für uns zu bedeuten habe, hat seit jeher zu Diskussionen geführt. Schon Anfang des 19. Jahrhunderts rief August Comte die „crise de la famille” aus. Er befürchtete die Auflösung der patriachalischen Machtverhältnisse und die „Verweigerung des Gehorsams”.

Erst um 1920 entwickelte sich die vorher überwiegend materiell determinierte „Haushaltsfamilie” zur „modernen Kernfamilie”, bei welcher gefühlsmäßige Bindungen zwischen den Familienmitgliedern mehr an Bedeutung gewannen. Mitte der 60er-Jahre glaubte man aber in eben dieser Gefühlsbindung eine große Gefahr zu sehen: Durch den Anspruch auf Gefühle würden auch neurotische Beziehungen ermöglicht, die zum Scheitern der Ehe führen. Um psychischen Störungen vorzubeugen, propagierte die Flower Power-Bewegung die „Zerschlagung der traditionellen Ehe und Familie”.

Sieht man davon ab, dass die meisten der „Wilden Sechziger” selbst eines Tages im Hafen der Ehe landeten, mit oder ohne Neurose, so legten sie doch den Grundstein zu einem weiteren Wertewandel, wie er heute zum Tragen kommt. Die neuen Werte zeichnen sich durch eine stärkere demokratische, emanzipatorische und individualistische Orientierung aus, die im Zusammenleben der Ehepartner ihren Niederschlag findet. Eine gelungene Partnerschaft ist heute auch ohne Ehe möglich. Gefragt sind glückliche sexuelle Beziehungen, ein von den Schwiegereltern getrenntes Leben, gegenseitiger Respekt, die gemeinsame Bewältigung des Haushalts und Treue. Zunehmend weniger Frauen sind bereit, die gesamte Last der Verantwortung allein zu tragen.

Trotz veränderter Lebensumstände und Wertewandel erweisen sich 60 von 100 Ehen als stabil. Was unterscheidet sie von den weniger Glücklichen? Die US-Wissenschafter John Gottman und Robert Levenson gingen in einer 4-jährigen Studie mit mehr als 40 Ehepaaren dieser Frage nach und kamen zu erstaunlichen Ergebnissen: In guten Ehen gibt es genauso viele Streitpunkte wie in schlechten Ehen. Diese Streitpunkte bleiben noch dazu - auch in glücklichen Ehen - als Dauerthemen erhalten. Für eine Beziehung ist es offenbar nicht so wichtig, dass Konflikte gelöst werden, sondern wie man mit ihnen umgeht.

„Jede potenzielle Beziehung hat ihre eigene, unausweichlich wiederkehrende Reihe von Problemen... Und so sollte man sich bei der Auswahl eines langfristigen Partners bewusst machen, dass man sich damit zugleich und unweigerlich eine Reihe unlösbarer Probleme aussucht, mit denen man sich in den folgenden zehn, zwanzig oder fünfzig Jahren auseinanderzusetzen hat”, schrieb D.B. Wile in seinem Buch „After the Honeymoon”, 1988.

Anzeichen für eine beständige Ehe sind nach Gottman und Levenson positive Gefühle der Partner zueinander wie Zuneigung, Bewunderung des Partners, Wir-Gefühl, Ausgleich von negativen Emotionen durch Humor und Versöhnung. Während Verachtung, Verletzung, Rückzug, Verleugnung für die Beziehung reines Gift sind.

Ob eine Ehe weitergeführt wird oder nicht, entscheiden meist die positiven oder negativen Gefühle des Mannes. Wenn von Seiten des Mannes negative Empfindungen wie Feindseligkeit, Verachtung oder Ekel überwogen, waren gegen Ende der Studie diese Beziehungen schon in der Auflösung begriffen. Und zwar auch von Seiten der Frau. Frauen lieferten dagegen nicht so früh Anhaltspunkte für eine Trennung der Beziehung.

„Die Auswirkungen der Verachtung oder der Verletzung auf die Ehe sind nicht viel anders zu werten als die Auswirkungen des Bluthochdrucks oder des Rauchens auf die Gesundheit”, meint der Familientherapeut Jay L. Lebow. Wenn sie lange genug wirken, zerstören sie die Beziehung. Dagegen seien liebevoller Umgang miteinander, gegenseitige Achtung und Bewunderung die tragenden Säulen jeder Partnerschaft.

Quelle: Institut für Familienforschung (http://www.gesundesleben.at


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